Tatort Mindestlohn: branchenspezifischer Nonsens

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Oft erreicht uns die Frage, weshalb ein branchenspezifischer Mindestlohn nicht viel sinnvoller sei. Hier ein Beispiel dafür, dass dieser nichts bringt:

„[…] Trotz dieses geballten Widerstands vereinbarten die Gewerkschaft ver.di und ein der Deutschen Post nahe stehender Arbeitgeberverband am 29. November 2007 einen Mindestlohn-Tarifvertrag. Der Mindestlohn je Stunde betrug danach 8,40 Euro (Ost) beziehungsweise 9,80 Euro (West).

Ab 1. Januar 2008 sei dieser Mindestlohn für
all die Unternehmen verbindlich, deren Beschäftigte »mehrheitlich«
Briefsendungen befördern, entschied der Gesetzgeber.
Die Einschränkung auf Briefsendungen war ein entscheidender
Punkt. Denn private Zustellunternehmen und ihre Abeitgeberverbändehatten alles getan, um den Geltungsbereich des Postmindestlohns möglichst klein zu halten.

Und das ist ihnen gelungen.
Eigentlich hätten Anfang 2008 insgesamt 341.000 Beschäftigte
einen Anspruch auf Zahlung des Postmindestlohns gehabt. Tatsächlich aber waren es nur 48.000.
Trickreich wurden alle Beschäftigten ausgeklammert, die nicht nur Briefe, sondern beispielsweise auch Zeitungen zustellten. […]“

Aus: „Tatort Mindestlohn“

Bild: http://d1.stern.de/bilder/wirtschaft/2007/49/Mindestlohn250_fitwidth_420.jpg

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