KOLUMNE: Horsts Prestige-Nonsens, die PKW-Maut

Maut-PokerPKW-Maut = Subventionierung von Staatskarossen, ökonomischer Nonsens

Die Kanzlerin verkündete zwar im TV-Duell vollmundig, dass es mit ihr keine PKW-Maut gäbe, doch in letzter Zeit ist abermals zu erkennen, dass Wahlversprechen nicht einmal das Papier wert sind, auf denen sie niedergeschrieben werden.

Horst Seehofer, Alexander Dobrindt und deren bayrische Kampfdelegation (Siehe Beitrag „CSU: Links-Kommunisten bekämpft man“) boxen wohl gegen jegliche rationalen Argumente ihr Prestigeprojekt durch.

Abgesehen von den europarechtlichen Schwierigkeiten, ist das Projekt ein ökonomischer Wahnsinn im negativen Sinne. Die CSU wirbt gerne damit, dass wir Deutschen beispielsweise in Österreich oder der Schweiz Abgaben für die Benutzung der Autobahnen dort zahlen müssen.

Die Tatsache, dass diese beiden Länder im Gegensatz zu Deutschland Transitländer sind, auf deren Autobahnen der Ausländeranteil bei ca. 20% liegt, scheint nicht bis in die CSU-Vertretung durchgedrungen zu sein.
In Deutschland beträgt jener Anteil gerade einmal 5%, also stellt sich die Frage, ob sich die Installation eines riesen Verwaltungsapparates, sowie der technischen Komponenten überhaupt lohnt und Gewinne einspielt. Prognose: wohl eher nicht.

Hinzu kommt, dass das kürzlich von einem CDU-Verhandlungsführer vorgeschlagene Konzept, dass den Deutschen 100 Euro in der KFZ-Steuer erlassen werden sollen, um Ausgleich für den Kauf einer „Deutschland-Vignette“ zu schaffen, absoluter Nonsens ist.
In diesem Punkt würden Besitzer von umweltschonenden, verbrauchsarmen und kleinen Fahrzeugen auf dreisteste Weise benachteiligt – bei diesen Autos liegt die KFZ-Steuer meist sehr deutlich unter 100 Euro, sodass dies einer Subventionierung von PS-starken Spritschluckern gleichkäme.

Selbst wenn der Betrag niedriger als 100 Euro/Jahr läge, stellte sich dann wieder die Frage der Rentabilität.

Hinzu kommt, dass aufgrund der Erhebung von Gebühren für die Autobahnnutzung wohl absehbar ist, dass sich ein Teil des Verkehrs dadurch auf Landstraßen verlagert. Dies führt zu zunehmender Lärmbelästigung in angrenzenden Dörfern und zu Verkehrsverdichtung in Städten, sowie zu einer steigenden Zahl von Unfällen und Unfallopfern, denn auf Landstraßen liegt die Unfallquote um ein Vielfaches höher – sodass Versicherungsprämien für alle Autofahrer wohl langfristig auch steigen würden.

Man halte fest, die CSU kämpft für den Klimawandel, die Verschuldung des Staates und unnötige Bürokratie sowie merkwürdigerweise auch für die Einmischung des Staates in die (Transit)-Wirtschaft.

Aber wie sang schon Falco: „Die ganze Welt dreht sich nur um mich, denn ich bin nur ein Egoist. Der Mensch, der mir am nächsten ist, bin ich.“

Horsts Chaffeur wird diesen Song wohl schon lange nicht mehr hören können. Aber immerhin wird er schneller auf den leereren Autbahnen von München nach Berlin kommen, während die Städte im Verkehrschaos versinken. Gratulation!

 

In diesem Sinne, allzeit gute Fahrt!

von Tim Zborschil

Bildquelle: http://data.motor-talk.de/data/galleries/0/188/5281/59564093/pkw-maut-2-3400012315871241535.jpg

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