Suizid: Die verschwiegene, zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen

image (14)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Suizid ist nach Verkehrsunfällen die zweithäufigste Todesursache bei Menschen bis 20 Jahren. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO begehen jährlich rund 30.000 junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren in EU Ländern Selbstmord. Dem gegenüber stehen zusätzlich nochmals 700.000 Jugendliche, die den Versuch einer Selbsttötung unternehmen. Die gefährdeten Personen werden zudem immer jünger.

 

Die Gründe sind vielfältig: Liebeskummer, Mobbing, das Gefühl ein Versager zu sein, wertlos, „das schwarze Schaf“ in der Familie zu sein – oft ist es auch eine Kombination aus verschiedensten Problemen.

 

Wohingegen es für den „Tatort Schule“ bezogen auf Mobbingprobleme in den letzten Jahren den erfreulichen Trend zur Aufarbeitung solcher Vorkommnisse gibt – sei es durch die wachsende Zahl an Schulsozialarbeitern, Vetrauenslehrern oder ähnlichem – bleiben Missstände in der Familie oft ein Tabu.

 

Jedoch spielt die Einbettung in der Familie eine bedeutende Rolle. Zerrüttete Familienverhältnisse destabilisieren die Kinder und Jugendliche. Vernachlässigung, Zurücksetzung, Misstrauen, Beschimpfungen oder gar Gewalt, sowie ständige Kritik den Kindern gegenüber ist genauso schädlich wie eine sehr hohe Leistungserwartung. Wertschätzendes Verhalten und Vertrauen in die Kinder und jungen Erwachsenen zu setzen, fördert dagegen eine psychische Stabilisierung.

 

Der Weg zum Suizid verläuft meist in Phasen: Es wird die Möglichkeit erwogen, dann findet ein innerer Kampf um das Für und Wider (Ambivalenzphase) statt, oft folgen Suizidankündigungen.

Letztendlich folgen der Entschluss zur Selbstötung, Vorbereitungen und oft ein Abschiedsbrief. Auch gibt es die so genannte „Ruhe vor dem Sturm“, die oft als Besserung des Zustandes missverstanden wird

 

Bei Kindern, Jugendlichen, Suchtkranken und psychisch Kranken, können diese Phasen sehr schnell durchlebt werden.

Spricht jemand über seinen möglichen Suizid oder deutet er einen solchen an, sollte man dies auf jeden Fall ernst nehmen, das Gespräch mit demjenigen suchen und fachliche Unterstützung einholen.

 

Am meisten hilft es, wenn die Selbstmordgedanken mit anderen besprochen werden: Mit dem besten Freund/der besten Freundin, mit einem Elternteil, dem man vertraut oder einer Hotline. Sollten sich die Anzeichen weiter erhärten, dann sollte psychologische Hilfe in Anspruch genommen werden: Eine Hilfe, die neue Denkstrukturen setzt, die Lebensfreude statt Lebensverdruss schaffen.

In den Medien jedoch wird die Tatsache der konstant hohen Selbstmordraten systematisch unter den Teppich gekehrt:

„Immer, wenn ein spektakulärer Suizid Schlagzeilen macht wie 2009, als sich Nationalfußballtorwart Robert Enke vor einen Zug warf, schnellen die Zahlen in die Höhe. Wegen dieses Nachahmereffekts machen Sicherheitsbehörden, Verkehrsbetriebe und die Medien Selbsttötungen in der Regel nicht öffentlich.“ (Zitat Tagesspiegel)

 

Statt Aufklärung zu betreiben, wird es einfach hingenommen – die Realität in einer Leistungsgesellschaft.

 

Erschreckende Randnotiz: Weltweit nehmen sich jedes Jahr eine Million Menschen das Leben – mehr, als durch alle Kriege zusammen sterben.

 

Wir verweisen an dieser Stelle für Betroffene oder die Angehörigen von Betroffenen auf folgende Seite: http://www.frnd.de/wo-findet-man-hilfe/

Add a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.