Die sinnlose Spaltung der politischen Linken

arrow-759222_1280Man könnte fast meinen es gibt mehr Strömungen in der politischen Linken als aktive Linke. Graben-und Flügelkämpfe sind allerdings nicht nur ein Phänomen, das in der Partei DIE LINKE. anzutreffen sind – nein, im Gegenteil. Einzig, dass jene medienwirksamer zelebriert werden.

 

Realität ist, dass sich Linke über Partei-und Organisationsgrenzen hinweg ständig gegenseitig ein Bein stellen und sich dann die Schaufel „übern Kopf ziehen“. Da sprechen sich Trotzkisten und Marxisten, Leninisten, Stalinisten, Reformer und Revolutionäre und welche Titel sich diese Splittergruppen sonst noch im Stande waren zu geben, gegenseitig das Links-sein ab und werfen sich gegenseitig Kriegstreiberei vor.

Kurios wird es dann bei den oft auch durch einen gewissen Revisionismus geprägten Geschichtsdiskussionen, weshalb Gewalt früher tolerierbar war, aber man sich heute als großen Pazifisten aufspielt. Und daran anknüpfend finden dann noch die Gespräche darüber statt, wer denn nun den besten, weitsichtigsten und letztlich einzig wahren Philosophen-und Theoretiker-Freund habe – Marx, Lenin, Trotzki, u.a. – getreu dem Motto: Es kann nur einen geben!

Jetzt mal ernsthaft: Was soll dieser Kindergarten? Was sollen die Ausflüchte in uralte Theoriegebilde?
Mir ist es egal, ob jemand den einen oder anderen Theoretiker gut oder schlecht findet. Mir geht es darum, ob dieser auch für einen würdigen Mindestlohn, für Datenschutz, gegen Fremdenfeindlichkeit und andere Dinge streitet.

Es mag sein, dass man sich im Detail nicht einig ist, aber statt sich wegen dieser Details gegenseitig persönlich anzugreifen und einen Krieg innerhalb der politischen Linken zu beschwören, könnte man ja ganz utilitaristisch das Gemeinsame betonen, dafür einstehen und (argumentativ) kämpfen.

Die genaue, ferne Ausgestaltung wird dann – sollte es einmal soweit kommen – ganz basisdemokratisch festgelegt. Passt das jemandem nicht, so ist er oder sie kein Demokrat und sollte sich lieber an der Überzeugungsfähigkeit seiner Position und Argumentation arbeiten.

Leute, versteht es doch: Der „Feind“, die politischen Eliten, sitzt auf der anderen Seite – nicht neben Euch.

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