Kolumne: Ich bin schon jetzt gegen den nächsten Krieg!

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Spätestens Afghanistan und Irak hätten uns lehren müssen, dass man Feuer nicht mit Feuer bekämpfen kann, sondern den Brandherd nur weiter anfacht und das Ausmaß des Schadens mutwillig vergrößert.

Die völkerrechtlich vorsichtig formuliert sehr wackeligen Pläne der Bundesregierung in Syrien aktive Kriegspartei zu werden senden ein fatales Zeichen aus: Jetzt hat uns der IS dorthin gebracht wo er uns haben wollte. Er profitierte maßgeblich von Krieg und Zerstörung durch den Westen im Irak und Afghanistan und wird es nun auch wieder tun.

Beide Länder liegen nach jahrelangem blutigem Kriege in Trümmern. Die Infrastruktur ist nur noch Schutt und Asche, Menschen sind geplagt von Perspektivlosigkeit, die Wirtschaft liegt am Boden und hunderttausende unschuldige Zivilisten sind bei der westlichen „Invasion“ – im Irak ausschließlich aus Gier nach billigen Ressourcen – getötet worden.

Auch wenn sich unsere Bundesregierung immer wieder feiert, dass sie sich am Irak-Krieg der Amerikaner nicht beteiligt habe, so muss man dennoch eingestehen, dass auch von deutschem Boden dort gemordet wurde – vom US-Stützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz werden und wurden bewaffnete US-Drohnen im Nahen Osten gesteuert.

Und nun versetzen wir uns in die Lage eines einfachen Bürgers dort vor Ort: Straßen kaputt, kein Strom, Hunger, kein Job, die Wirtschaft am Boden und dein Nachbar, ein Bekannter, ein Angehöriger ist bei einem Bombardement der Amerikaner unschuldig getötet worden – ein sog. Kollateralschaden im Kampf gegen den „Terror“.

Und dann stellst Du fest, dass man sich im Westen auch noch dafür feiert, dass unter Inkaufnahme von diesen Kollateralschäden eine handvoll Krimineller liquidiert wurden. Und diese Morde auch noch ungesühnt bleiben.

Natürlich bist Du wütend, aggressiv, willst Gerechtigkeit und wirst affin für Menschen, die Dir viel Geld und die Möglichkeit, Dich an denen zu rächen, die Zerstörung und Tod brachten, bieten.

Ein neuerlicher Einmarsch im Nahen Osten wird diese Radikalisierungsspirale nur weiter vorantreiben. Selbst sollten sich kurzfristig Erfolge abzeichnen, so wird langfristig Zestörung, Perspektivlosigkeit & Tod von Unschuldigen den neuerlichen Nährboden für noch radikalere Kräfte bilden.

Man sollte meinen, die Geschichte mahne zur Vorsicht, Behutsamkeit und Weitsicht. Bei allem Respekt und Verständnis für Frankreich bzw. die französischen Politiker: Eine Rhetorik der Vergeltung, eine Kriegs-und Angriffsrhetorik an den Tag zu legen und sich zu allem Überfluss auch noch als Sozialist zu betiteln (Francois Hollande) , zeigt einfach nur, dass der IS den Hass und die niederen Triebe, die er wecken wollte, tatsächlich im Stande war zu erquicken.

Wer hinter die Fassaden des Systems IS blickt, wird feststellen, dass man das Wirtschaftsunternehmen „Islamischer Staat“ ganz ohne Bomben, ohne Soldaten, ohne Gewalt bekämpfen könnte. Dieser Meinung ist übrigens auch der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Todenhöfer, der zehn Tage im IS verbrachte. 

Auch in der heutigen Bundestagsdebatte hat Dietmar Bartsch aufgezeigt wie der IS zu schwächen ist. Aber seht doch einfach selbst:

Und ja, ich bin jetzt auch schon gegen den nächsten Krieg. Immer und überall.

 

 

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