Bundestagslisten: BaWü im Umbruch, Niedersachsen fast unverändert?

Wir haben 2017 und am 24. September diesen Jahres finden die Bundestagswahlen statt. Das heißt aktuell ist wieder die Zeit der Aufstellungen der Landeslisten für den Bund. Am heutigen Samstag findet eben jene Aufstellung der Landesverbände Baden-Württemberg und Niedersachsen der Partei DIE LINKE. statt.

 

Zunächst ein Kritikpunkt an beide Veranstaltungen. Im Jahr 2017 sollte es Standard sein für solch wichtige Versammlungen einen Livestream bereitzustellen, um dem eigenen Anspruch an Transparenz gerecht zu werden. Dies versäumten beide Landesverbände. Die Baden-Württembergischen Genossinnen und Genossen haben zumindest von Anfang an die Social-Media-Kanäle mit Infos versorgt.
Auch dies versäumte der Landesverband Niedersachsen zunächst und reagierte erst als Kritik aufkam.

Zum Eigentlichen:

Baden-Württemberg: Umbruch und Aufbruch

Im „Ländle“ steht ein Umbruch an. Mit Karin Binder, Annette Groth und Michael Schlecht gaben drei aktuelle Bundestagsabgeordnete bereits bekannt, nicht mehr für die Landesliste zu kandidieren.

Auf Platz 1 wurde wenig überraschend mit 77,5% der Parteivorsitzende Bernd Riexinger gewählt, der bereits im vergangenen Jahr die Partei als Spitzenkandidat zur Landtagswahl führte und mit 2,9% deutlich den Einzug in den Stuttgarter Landtag verpasste. Auf Platz 2 wurde mit 87% die stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Heike Hänsel, gewählt.

Hier die Rede des Parteivorsitzenden Bernd Riexinger:

Auf den dritten Listenplatz wählten die Genossinnen und Genossen ihre Spitzenkandidatin zur Landtagswahl 2016, Gökay Akbulut.

Auf dem vierten Platz tummeln sich bekannte Kandidaten: Tobias Pflüger, seines Zeichens stellvertretender Parteivorsitzender und Richard Pitterle, der in den letzten Wochen prominente Fürsprecher wie Gregor Gysi oder Axel Troost für sich werben ließ, streiten sich um diesen noch aussichtsreichen Platz in der Stichwahl. Auerbach und Michel Brandt schieden bereits im ersten Wahlgang aus.

Letztlich wurde Tobias Pflüger deutlich auf Platz 4 der Liste gewählt.

Platz 01: Bernd Riexinger,
Vorsitzender Partei DIE LINKE (Wahlkreis Stuttgart II)
Platz 02: Heike Hänsel, MdB
Stellvertretende Fraktionsvorsitzende (Wahlkreis Tübingen)
Platz 03: Gökay Akbulut,
Stadträtin in Mannheim (Wahlkreis Mannheim)
Platz 04: Tobias Pflüger
Stellvertretender Parteivorsitzender (Wahlkreis Freiburg)
Platz 05: Jessica Tatti,
Stadträtin in Reutlingen (Wahlkreis Reutlingen)
Platz 06: Michel Brandt (Wahlkreis Karlsruhe Stadt)
Platz 07: Claudia Haydt,
Vorstand Europäische Linke (Wahlkreis Bodensee)
Platz 08: Alexander Relea-Linder,
Landesvorstand (Wahlkreis Backnang-Schwäbisch Gmünd)
Platz 09: Sahra Mirow,
Stadträtin in Heidelberg (Wahlkreis Heidelberg)
Platz 10: Alexander Kauz,
Landesvorstand (Wahlkreis Emmendingen-Lahr)
Platz 11: Johanna Tiarks (Wahlkreis Stuttgart I)
Platz 12: Ecevit Emre (Wahlkreis Rhein-Neckar)
Platz 13: Saskia Jürgens (Wahlkreis Aalen-Heidenheim)
Platz 14: Peter Schimke,
Gemeinderat Vaihingen/Enz (Wahlkreis Ludwigsburg)
Platz 15: Ursula Beck, Stuttgart (Ohne Wahlkreis)
Platz 16: Werner Zieger (Wahlkreis Bruchsal-Schwetzingen)

 

Niedersachsen: Alles beim Alten? 

In Niedersachsen stellte sich das Ganze etwas monotoner dar. Keine großen Überraschungen.  Pia Zimmermann, pflegepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, wird den Landesverband als Spitzenkandidatin anführen.

Ihr folgt der nicht unumstrittene Musiker und Produzent, sowie Schatzmeister der Europäischen Linken (GUE/NGL), Diether Dehm, der sich gegen den 34-jährigen Victor Perli in der Stichwahl durchsetzte. Herbert Behrens, aktuell z.B. Vorsitzender des Untersuchungsausschusses zum VW-Abgasskandal, schied bereits in der ersten Runde zur Wahl um Platz 2 aus.

Im Ringen um Platz 3 setzte sich in der Stichwahl die gewerkschaftpolitische Sprecherin im Bund, Jutta Krellmann, gegen Amira Mohamed Ali durch.

Platz 4 wurde in einer Stichwahl zwischen Victor Perlin und Herbert Behrens entschieden, die Perli knapp gewann und somit gute Chancen auf einen Einzug in den Bundestag hat. Behrens dagegen wird dem nächsten Bundestag wohl nicht angehören.

Gewählt wurden

1 .Pia Zimmermann (MdB), Wolfsburg,

2. Diether Dehm (MdB), Hannover

3. Jutta Krellmann (MdB), Hameln

4. Victor Perli, Wolfenbüttel

5. Amira Mohamed Ali, Oldenburg

6.  Michèl Pauly, Lüneburg

7.  Behiye Uca, Celle

8.  Leon Weiß, Nordenham

9. Heidi Reichinnek

10. Tim Höwing, Salzgitter

11.  Marion Köllner, Gifhorn

12. Michael Braedt, Hannover

13. Julia Grammel, Hannover

14. Orhan Kara, Hildesheim

 

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